Bitcoin-Kurs ist am Montag um 3,7 Prozent eingebrochen. Schuld sind der US-chinesische Zollstreit und die Politik der Fed. Experten sehen bereits die nächste Kursmarke wackeln.
Auch zu Beginn dieser Woche bleibt der Krypto-Markt in Schieflage: Die Preise für Kryptowährungen wie Bitcoin gaben am Montag weiter nach. Als Hauptgründe nennt Bloomberg die eskalierenden Spannungen im Zollkrieg zwischen den USA und China sowie die sinkenden Aussichten auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve.
Auch eine Welle von kryptofreundlichen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche konnte die Stimmung am Markt demnach nicht heben.
Fed-Signale und starke Arbeitsmarktdaten belasten risikoreiche Anlagen
Risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen stehen bereits seit Mitte Dezember unter Druck, als die Fed eine Pause bei den Zinssenkungen signalisierte. Die Arbeitsmarktdaten vom Freitag trugen zur Unsicherheit bei: Die Arbeitslosenquote in den USA stieg leicht auf 4,1 Prozent, nach vier Prozent im Vormonat.
„Ein starker Anstieg der ‚Unterbeschäftigung‘ auf ein 5-Jahres-Hoch hat die Rezessionsängste angeheizt und die Renditen nach unten getrieben, da die Zinssenkungen auf den Frühsommer vorgezogen wurden“, erklärte Augustine Fan, Partner beim Anbieter von Krypto-Derivatensoftware SignalPlus, gegenüber Bloomberg.
Der Bitcoin-Kurs fiel am frühen Montagmorgen um bis zu 3,7 Prozent. Um 11:30 Uhr Londoner Zeit notierte der Kurs der größten Kryptowährung bei 82.568 US-Dollar, nachdem er zuvor einen Teil seiner Verluste ausgeglichen hatte.
Trumps Krypto-Gipfel enttäuscht Investoren
Auch die kryptofreundlichen Signale von US-Präsident Trump konnten den Markt nicht beflügeln. Trump hatte unter anderem die Schaffung einer US-Bitcoin-Reserve und eines separaten Vorrats an anderen Token angeordnet. Zudem lud er zu einem hochkarätigen Gipfeltreffen mit Führungskräften der Krypto-Branche nach Washington ein. Doch konkrete neue Kapitalzusagen blieben aus, was viele Investoren enttäuschte.
„Der Markt empfand das Gipfeltreffen als enttäuschend und die wichtigsten Kryptowährungen fielen, nachdem bekannt wurde, dass die mit Spannung erwartete Kryptoreserve nur aus bestehenden Regierungsbeständen bestehen würde“, sagte demnach Jeff Mei, Geschäftsführer bei der Krypto-Börse BTSE.
Die US-Regierung besitzt derzeit Bitcoin im Wert von rund 17 Milliarden US-Dollar sowie andere Token im Wert von etwa 400 Millionen US-Dollar. Diese stammen größtenteils aus der Einziehung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit Gerichtsverfahren.
Milliarden-Abflüsse aus Bitcoin-ETFs – Markt verliert eine Billion Dollar
Seit Februar haben Investoren netto 4,4 Milliarden US-Dollar aus US-amerikanischen Bitcoin-ETFs abgezogen. Diese börsengehandelten Fonds hatten im Vorjahr noch eine Schlüsselrolle beim Rekordanstieg des Bitcoin-Kurses gespielt. Insgesamt ist der Krypto-Markt laut Daten von CoinGecko um über eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung gegenüber seinem Höchststand geschrumpft. Der Bitcoin-Kurs liegt derzeit rund 25 Prozent unter seinem Rekordhoch von 109.241 US-Dollar.
Experten sehen laut Bericht weiteres Abwärtspotenzial für den Kryptomarkt: „Bitcoin könnte in den kommenden Wochen durchaus auf 70.000 bis 80.000 US-Dollar fallen“, prognostizierte BTSE-Manager Mei. Erst ein Ende des Zollkriegs und eine Wiederaufnahme der Zinssenkungen durch die Fed könnten Top-Kryptowährungen wieder in Richtung ihrer früheren Rekordhochs treiben, so seine Einschätzung.